Yoga und Ayurveda

Heilung, Vorbeugung und ein langes Leben

Die Wissenschaften des Yoga und des Ayurveda umfassen das wohl älteste, heute bekannte, Heilwissen der Welt. Es soll vor über 5000 Jahren von indischen Rishis (Sanskrit: der Seher, der Weise) auf die Erde gebracht worden sein und wurde um 1500 v. Chr. erstmals in den Veden (heilige Schriften Indiens) schriftlich festgehalten. Es ist die Rede von dem natürlichen Geheimnis von Heilung, Krankheitsvorbeugung und einem langen Leben. Dieses ganzheitliche Gesundheitssystem arbeitet unter anderem mit Heilkräutern, die für die Herstellung von Tees und Salben eingesetzt werden. Massage, Meditation und Körperübungen sind weitere sehr wirkungsvolle Bestandteile. Yoga kann als Teil des Ayurveda, betrachtet werden.

Yoga and Ayurveda

Teetrinken ist Meditation 

Bewusstes Teetrinken mit allen Sinnen kann zu einer wundervollen Meditation werden und zur Energie-Oase im hektischen Alltag. Lassen Sie sich durch diese Meditationsanleitung ganz ins Hier und Jetzt führen. Vielleicht nehmen Sie den ein oder anderen Gedanken mit in Ihr nächstes ganz persönliches Tee-Ritual: 

Achtsamkeits-Meditation des Teetrinkens: Es geht darum die Achtsamkeit für das was ist zu schärfen und ohne Beurteilungen einfach nur wahrzunehmen. Schnappen Sie sich ihren Lieblingstee und drehen Sie Ihre Aufmerksamkeit hoch:

"Richte Deine volle Aufmerksamkeit auf das was du gerade jetzt wahrnehmen kannst. Die Tasse Tee in Deinen Händen. Wie fühlt sie sich an? Welche Form und Farbe hat die Tasse aus der Dein Lieblingstee herausdampft? Lausche in den Moment hinein. Was kannst du hören? Ist es still oder gibt es Geräusche? Bringe Deine Bewusstheit zur Oberfläche der Flüssigkeit in Deiner Tasse. Welche Farbe hat sie? Geht ein Geruch von ihr aus? Vielleicht möchtest Du über die Oberfläche des Tees hinüber pusten bevor du zum Trinken ansetzt. Beobachte wie das Wasser anfängt sich zu kräuseln. Atme einige male tief durch eine Nase ein und aus bevor Du zu trinken beginnst. Dann führe die Tasse zu Deinem Mund und spüre wie das heiße Aroma Deine Lippen und langsam auch die Geschmacksknospen auf Deiner Zunge erreicht. Wie fühlt es sich an? Warm? Weich? Was kannst du schmecken? Gibt es vielleicht Geschmacksnuancen, die sich erst entfalten wenn du den Tee eine Weile im Mund behältst? Gibt es einen Nachgeschmack? Woran erinnert er Dich? ... während Du diese besondere Tasse Tee trinkst, versuche Deine Aufmerksamkeit immer wieder auf das zu richten was Deine Sinne gerade wahrnehmen können. Nach dem letzten Schluck atme wieder tief durch die Nase ein und aus. Wie fühlst du Dich gerade?" 


Yogaübungen für Ihr persönliches Teeritual 

Der gesundheitsbewusste Mensch weiß, dass Vorsorge immer besser ist als Heilung, warum dann also nicht gleich dieses besondere Wissen ganz praktisch in den eigenen Tagesablauf integrieren? Dafür braucht man oft gar nicht so viel Zeit, wenn die kleinen Lücken die der Alltag bietet gut und sinnvoll genutzt werden. In Kooperation mit der Yogalehrerin Sadagati Maike Jung wollen wir Teeliebhaber auf der ganzen Welt motivieren sich selbst etwas gutes zu tun und kurze aber sehr effektive Yogaübungen in Ihr persönliches Teeritual einzubauen. 

1. Diese Übungssequenz weckt die Lebensgeister am Morgen, aktiviert das innere Feuer und hält den Körper jung und vital. 
Anleitung: 
Du stehst aufrecht und entspannt. Beine leicht geöffnet, Füße parallel. Arme sind neben den Ohren. Handflächen berühren sich und die Finger sind ineinander verschränkt. Strecke den ganzen Körper weit in die Länge. Stelle Dir vor Deine verschränkten Finger wollten die Decke berühren und Deine Füße den Boden unter Dir nach unten drücken. Neige dann mit Deiner nächsten Ausatmung den Oberkörper nach rechts. Spüre die Dehnung in der linken Flanke. Richtest Dich mit der Einatmung wieder in die Ausgangshaltung auf. Mit Deiner nächsten Ausatmung neigst Du den Oberkörper nach links und spürst die Dehnung in der rechten Flanke. Einatmend richtest Du Dich wieder in die Ausgangshaltung auf und atmest hier aus. Mit Deiner nächsten Einatmung beugst Du Dich aus dem oberen Rücken heraus nach hinten und ausatmend beugst Du Dich aus der Hüfte heraus nach vorne. Wenn du kannst berühre mit den Händen den Boden. Einatmen wieder aufrichten und strecken. Das war eine Runde. Übe insgesamt min. 5 Runden. Dann senke die Arme und spüre einen Moment mit geschlossenen Augen nach. 

2. Diese Übungssequenz erfrischt den Geist, macht wach und erhöht die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn. 
Anleitung: 
Teil 1: Du sitzt auf Deinen Fersen und kreuzt die Arme vor Deinem Körper, sodass Deine rechte Hand auf Deiner linken Schulter liegt und Deine linke Hand auf Deiner rechten Schulter. Mache Deinen Rücken rund und neige Dich etwas nach vorne. Atme aus. Wenn Dein Einatemimpuls kommt richte Dich auf, hebe das Gesäß, öffne Deine Arme weit auseinander, so als wolltest Du die ganze Welt umarmen und wölbe den Brustkorb weit nach oben. Beim Ausatmen kreuze wieder Deine Arme, senke das Gesäß und beuge Dich nach vorne. Wiederhole diese Bewegung mindestens 5 mal. (Tipp: Wenn Du nicht auf den Fersen sitzen kannst oder möchtest, setzte dich auf einen Hocker.) 
Teil 2: Sitze mit geradem Rücken auf Deinen Fersen (oder einem Hocker) und lege Deine Handflächen auf Deine Schultern, sodass Deine Ellbogen auf Schulterhöhe zu den Seiten zeigen. Mit Deiner nächsten Ausatmung drehst Du Dich zur rechten Seite und schaust sanft über die rechte Schulter. Einatmend drehst Du Dich zurück zur Mitte und ausatmend zur linken Seite. Übe jede Seite min. 5 mal. 
Teil 3: Sitze aufrecht und bewegungslos auf Deinen Fersen (oder auf einem Hocker). Schließe Deine Augen und schaue von Innen zu dem Punkt zwischen Deinen Augenbrauen. Nehme 5 tiefe bewusste Atemzüge. Öffne Deine Augen und widme Dich mit frischer Energie den Aufgaben des Tages. 

3. Diese Übungssequenz belebt und erinnert an die eigene innere Kraft. 
Anleitung: 
Du stehst aufrecht und entspannt. Beine leicht geöffnet, Füße parallel. Arme befinden neben dem Körper, Handflächen nach außen gedreht. Führe mit der Einatmung Deine Arme über die Seite nach oben, bis sich Deine Handflächen über Deinem Kopf berühren. (Stelle Dir beim Heben der Arme vor Du würdest einen imaginären Widerstand wegdrücken.) Halte den Atem an und neige Dich langsam nach links und dann nach rechts. Richte Dich wieder mittig auf und senke mit der Ausatmung die Arme über die Seite nach unten. Übe mindestens 3 Runden. Anschließend bleibe einen Moment ruhig stehen, schließe die Augen und spüre nach. 

4. Diese Übungen beruhigen Kopf und Nerven und bereiten auf eine erholsame Nacht vor. 
Anleitung: 
Alternative 1: Eine Übung zum runterkommen, die (fast) überall, ohne große Vorbereitung praktiziert werden kann. Suche Dir einen Tisch und stelle Dich ca. ½ Meter vor den Tisch. Öffne Deine Beine zu einer Grätsche und achte darauf, dass Deine Fußaußenkanten parallel sind. Beuge Dich mit möglichst geradem Rücken aus der Hüfte nach vorne und lege Deine Stirn auf dem Tisch ab. Deine Hände kannst du übereinander legen und unter Deine Stirn geben. Werde hier für min. 10 tiefe Atemzüge bewegungslos. Falls kein Tisch in der Nähe ist, greife mit Deinen Händen um Deine Ellbogen und lasse Deinen Oberkörper entspannt Richtung Boden aushängen. 
Alternative 2: Wenn Du eine freie Wand und ein Kissen zur Verfügung hast, kann diese Übung kleine Wunder bewirken. Haltungen in denen das Herz höher ist als der Kopf gelten als sehr regenerierend und ausgleichend. Lege Dich möglichst Dicht vor die Wand. Gib das Kissen unter Dein Gesäß, strecke Deine Beine nach oben und lehne die Füße gegen die Wand. Bleibe hier für min. 10 tiefe Atemzüge.